APFEL-GALETTE



Es ist schon eine Weile her, dass ich diesen Post geschrieben habe - aber nachdem die Apfelsaison ohnedies erst jetzt so richtig startet - habe ich beschlossen die Apfel-Galette doch zu posten - weil welche Äpfel man dazu nimmt (frühe oder späte Sorten) ist gelinde gesagt wurst.

Den ursprünglichen Text mag ich nicht verändern - weil ich dieses Thema nach wie vor so sehe .....


Wo soll ich anfangen? Bei den Äpfeln aus Nachbars Garten - genau, damit fange ich also an! Diese Äpfel haben wir früher bei uns daheim auch gehabt. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Diese Äpfel waren immer die ersten - die Frühreifen - saftig, knackig und bei uns Kindern sehr begehrt. So ein Weiss-Apfel-Baum ist für mich heute auch noch etwas besonderes - zumal mir nicht bekannt ist, dass es diese Sorte heute noch irgendwo zu kaufen gäbe. Mir geht es da um die Wertschätzung gegenüber den Dingen. Besagte "Weiss-Äpfel" werden von den Nachbarn soll ich jetzt sagen "zum Glück" oder "traurigerweise" wenig bis gar nicht wertgeschätzt. Die meisten verfaulen auf der Wiese und ein paar werden an die Schweine verfüttert. Das finde ich "jammerschade". Ich konnte nicht anders - ich hab einfach bei den Nachbarn gefragt, ob ich ein paar Äpfel nehmen darf! Sogt de Nochbarin: "Mogst du de Äpfi ? Bei ins mogs koana de kloan Scheissal - nimm da lei so vü wia's mogst - sen ja eh gnuag do! (Übersetzung: Magst du diese Äpfel - bei uns mag sie niemand - diese kleinen Dinger! Sind ja genug da - nimm so viel du magst). Und schaut sie euch an - sie sehen nicht nur wundervoll aus - sondern sie schmecken auch so!!!


 


Man stelle sich mal vor, dass es um 1880 weitaus mehr als 20.000 (jawohl ZWANGZIGTAUSEND!!) Apfelsorten weltweit gegeben hat. Jetzt regieren Einheitsäpfel wie Elstar, Golden Delicious  Granny Smith den Markt (die finde ich übrigens alle nicht so wirklich prickelnd). Ich finde, dass sich Nachbars Äpfel sehr gut auf dieser Galette machen!




Zutaten für den Teig:
250 g Mehl
2 EL Zucker
1 Prise Salz
150 g kalte Butter
etwas abgeriebene Bio-Zitrone
6 EL Eiswasser

Zutaten für den Belag:
3 bis 4 säuerliche Äpfel nach Wahl
100 g Butter
1 EL Brauner Zucker
1 Msp. Zimt

Sirup:
125 ml Apfelsaft
80 g Zucker
Apfelschalen, Apfelreste, Kerngehäuse





Zubereitung Teig:
  • Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen
  • Kalte Butter in kleine Würfel schneiden
  • 1/3 der Butter grob in den Teig einarbeiten und etwas zerbröseln
  • Restlichen Butter und abgeriebene Zitronenschale ebenso einarbeiten und dabei darauf achten, dass einige größere Butterstückchen im Teig erhalten bleiben - das macht den Teig knusprig
  • Eiswasser zugeben und den Teig rasch zu einer Kugel zusammendrücken - keinesfalls zu viel kneten - Butterstückchen sollten noch sichtbar sein - Teig leicht flach drücken und in Frischhaltefolie gewickelt im Kühlschrank mindestens 30 Minuten ruhen lassen

Zubereitung Belag:
  • Äpfel schälen (Schalen für den Sirup verwenden!)
  • Fruchtfleisch mit einem Hobel oder Messer in möglichst dünne Scheiben schneiden
  • Kerngehäuse, Äpfelreste und -schalen in einem Topf zur Seite stellen

Zubereitung Galette:
  • Butter in einem Topf bei kleiner Hitze schmelzen lassen
  • Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 3 - 4 Millimeter dick auswalken
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und mit den Äpfel belegen
  • Rand großzügig einschlagen
  • Äpfel mit der flüssigen Butter bestreichen und mit dem Zimt sowie dem braunen Zucker bestreuen
  • Galette im Backofen bei 180 ° ca. 25 Minuten goldbraun backen - ich habe danach noch kurz die Grillfunktion aktiviert (Zucker karamellisiert dann)
  • Galette dann noch warm mit dem Apfelsirup bepinseln

Zubereitung Apfelsirup:
  • Kerngehäuse, Apfelreste und -schalen mit dem Apfelsaft auf kleiner Flamme zu Sirup einkochen
  • Das dauert je nach Menge ca. 40 bis 60 Minuten
  • Sirup dann durch ein Sieb abgießen






Tip:

Serviert diese Apfel-Galette mit einer Kugel Vanilleeis und schon wird daraus ein köstliches Dessert!







Quelle:
Abgewandelt nach einem Rezept von 
Bernadette Wörndl
Kochbuch: Von der Schale bis zum Kern 





Kommentare:

  1. Ein HOCH auf die alten Sorten :-) !
    Das wäre ja wirklich zu schade gewesen, de "guat´n" Weiss-Äpfel verfaulen zu lassen! Die Galette verlockt mich sehr- noch dazu, weil ich das noch nie probiert habe...mit einer Kugel Vanilleeis- ein perfektes Dessert :-)

    Schön, dass ihr wieder da seid! Liebe Grüße, Renate

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    1. Ja, du solltest ea unbedingt auch mal probieren - schmeckt garantiert ! Dazu selbstgemachtes Vanilleeis und es gibt kein Halten mehr .....,

      Du musst uns wieder mal besuchen kommen - du weisst ja - ich hab noch was für dich!

      Glgl. Kathrin und Co

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  2. Mmhm sieht so gut aus. Ich hab zur Zeit auch eine Klarapfelschwemme, muss ich ausprobieren.

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    1. Hi!

      Ich wusste gar nicht, dass diese Äpfel Klaräpfel heißen - Danke, wieder was dazugelernt !

      Gutes Gelingen und schönen Abend noch!

      Lg. Kathrin

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  3. Ja, die Äpfel kenne ich auch als Klarapfel. Sie haben nur den Nachteil, dass sie nicht lagerfähig sind und deshalb sozusagen direkt vom Baum in den Mund wandern müssen. Es gab sogar Zeiten, als diese Äpfel auf dem Wochenmarkt zu kaufen waren. Fast alle alte Apfelsorten sind verschwunden. Ich habe mir im letzten Jahr drei Bäumchen mit alten Apfelsorten gepflanzt - die Goldparmäne trägt immerhin schon 1 Apfel! :-)
    Hätte ich eine Nachbarin mit einem Klarapfelbaum, würde ich auch fragen - und deine Galette daraus backen...

    Liebe Grüße
    Antje

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    1. Es ist einfach jammerschade, dass dieser Sortenreichtum verschwindet! Wenn ich dann noch an den amerikanischen Konzern Monsato und den gentechnisch veränderten Mais denke - da kommt mir regelrecht das Kotzen. Zum Glück gibt's den Verein Arche Noah und immer mehr Menschen, die sich für die Artenvielfalt einsetzen und das unterstützen - ich bin dabei - weil es mir eine Herzensangelegenheit ist.

      Die Goldparmäne kenne ich aus dem Garten meiner Oma - ganz leckere Äpfel!

      Schönes Wochenende noch und liebe Grüsse!

      Kathrin

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  4. Hallo Kathrin,

    da sprichst Du mir ganz aus der Seele. Ich finde diese Normen bei Obst und Gemüse einfach furchtbar. Egal wo man hingeht, überall die gleichen Sorten, die gleiche Optik!

    Ich habe vor Kurzem im Internet nach alten Tomatensorten (Pflanzen) gesucht. Man kann die Pflänzchen tatsächlich noch erstehen, aber stell Dir vor: Das EU Recht gibt vor, dass der Händler diese Sorten als !nicht essbar! kennzeichnet... weil sie nicht ins Standard-Repertoire passen. Das ist doch verrückt!

    Eine Galette wollte ich übrigens schon lange mal machen. Würdest Du sagen, dass der Teig etwa wie Mürbeteig schmeckt?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Christin

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    1. Hallo Christin!

      Ich finde, die Leute sind jetzt wieder etwas mehr sensibilisiert wenn es um dieses Thema geht!

      Bitte??? Ja sag einmal, wie krank ist das denn?? Hauptsache der Saatgutkonzern Monsato darf gentechnisch verändertes Saatgut verkaufen - da versteht man die Welt nicht mehr! Schlimmer geht's nimmer - irgendwie macht mir das Angst!

      Nein, diesen Teig würde ich persönlich nicht mit Mürbteig vergleichen - der hat eine andere Konsistenz - der ist eher knusprig (und ganz lecker!).

      Wünsche dir auch ein wunderbares Wochenende!


      Glg. Kathrin

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