STICKNIDEI




Ja ihr hab richtig gelesen - Sticknidei! Ihr könnt Euch nix darunter vorstellen - das wundert mich überhaupt nicht. Eine kurze Umfrage in meinem Bekannten- und Freundeskreis hat ergeben das auch dort keiner weiß was Sticknidei sind! Schade, wirklich sehr schade - ist es doch eine Köstlichkeit der Alttiroler Küche. In frühester Jugend haben meine Mutter bzw. meine Großmutter dieses Gericht manchmal zubereitet. Deftig aber verführerisch ist mir der wunderbare Geschmack der Sticknidei in der köstlichen Karamellsauce bis heute  in guter Erinnerung geblieben. Anlass dieses Rezept sozusagen aus der Versenkung zu heben und diese kulinarische Köstlichkeit vergangener Zeiten keinesfalls vergessen zu lassen ist das Blogevent "Österreich Kulinarisch von http://www.kochtopf.me/blog-event-lxxxviii-oesterreich-kulinarisch
bzw. http://turbohausfrau.blogspot.co.at/2013/05/blogevent-osterreich-kulinarisch.html


Danke Mama, dass du mir gezeigt hast wie es geht und funktioniert - ohne dich hätte ich das wahrscheinlich nicht so hingekriegt!

Zutaten Sticknidei:

1/2     kg   Mehl
   2     dag Germ
1/4     Liter Milch
2        Eier
1        Prise Salz
1        TL Butter
Frittieröl  bzw. Ceres zum Herausbacken
Marillenmarmelade zum Befüllen



Aus den o.a. Zutaten bereitet man einen weichen Germteig vor den man gut abschlägt bis er Blasen wirft. Danach lässt man den Teig ca. 30 Minuten gehen bis er ca. die doppelte Höhe erreicht hat.  Dann sticht man mit einem Löffel Kugeln ab die man auf einem bemehlten Tuch nochmals gehen lasst. Danach formt man aus den Kugeln längliche Stücke die man mit beliebiger Marmelade bestreicht. Dann den Teig möglichst so einschlagen, dass beim Herausbacken der Sticknidei keine Marmelade austritt.  Achtung: Bevor man mit dem Herausbacken anfängt bereitet man noch die Karamellsauce vor (siehe unten!). Nach dem Vorbereiten der Karamellsauce die Sticknidei auf beiden Seiten herausbacken. 






 Zutaten Karamellsauce:

150    g    Zucker
3        EL  Wasser
200    ml  Milch
200    ml  Sahne
Mark einer Vanilleschote

Zubereitung:
Den Zucker mit 3 EL Wasser in einer Auflaufform karamellisieren lassen und dann mit der Milch bzw. der Sahne ablöschen und unter Rühren lösen. Die Sauce eindicken lassen und zuletzt noch das Mark einer Vanilleschote einrühren. Die fertig gebackenen Sticknidei sodann dachziegelartig in die Aufflaufform mit der  Karamellmasse hineinschlichten und etwas anziehen lassen. Es sollte sich dann an der Unterseite ein richtiger - etwas knuspriger Karamellrand bilden. Auf einem Teller anrichten und mit frischer Milch genießen! Mir bleibt nur noch zu sagen: Moizeit,  losst's eich schmeckn!






Sticknidei sind mein Beitrag zu diesem Blogevent:

Blog-Event LXXXVIII - Oesterreich kulinarisch (Einsendeschluss 15. Juni 2013)

Kommentare:

  1. Frischer Germteig, noch warm serviert, das ist ja wirklich wunderbar! Mit Fülle und Karamellsauce dazu, wahrscheinlich umwerfend.

    Weißt du, woher dieser Name kommt? Ich habe den noch nie gehört.

    Würdest du so lieb sein und bei Zorra auch noch einen Kommentar mit deinem Link hinterlassen? http://www.kochtopf.me/blog-event-lxxxviii-oesterreich-kulinarisch

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    1. Hallo!

      Ja, es ist wirklich köstlich - und geht direkt auf die Hüften ;-)!

      Bezüglich des Namens kann ich dir leider keine weiteren Infos geben - erkundige mit jedoch nochmals bei meiner Mutter!

      Liebe Grüsse!

      Kathrin

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  2. Kann ich mir vorstellen, das mit den Hüften. Aber mit der Figur ist das wie mit dem Ruf: Ist der einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. :D

    Das wär lieb, wenn du deine Mama fragen würdest. Ich hab zwar gegoogelt, bin aber auch nicht schlauer geworden.

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    1. Haha - das mit dem ruinierten Ruf und dem ungenierten Leben ist wohl wahr!

      Meine Eltern glauben, dass die Bezeichnung Sticknidei möglicherweise aus dem Brixental (Nähe Kitzbühel) stammt. Habe den Ausdruck Sticknudeln in einem alten Kochbuch von ihr gefunden (Tiroler Kochbuch / Maria Drewes). Dort werden die Nudeln (Nidei) als fingerlange und gut daumendicke Nudeln beschrieben. Im Rezeptbuch werden diese Sticknudeln in eine fingerhoch mit Milch bedeckte Rein gelegt bzw. werden diese darin eine Weile gedämpft. Weiters ist angegeben ist, dass man - falls einem dies notwendig erscheint - weitere Milch und Zucker zugeben kann. Ich hoffe, ich konnte zumindest etwas Licht ins Dunkel um meine Sticknidei bringen!

      Liebe Grüße und schönen Abend noch!

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  3. Ich kann nur sagen, die Sticknidei sind die Wucht (ich kann das beurteilen - schließlich bin ich der offizielle Testesser, der in diesem Blog veröffentlichten Gerichte).
    Und obwohl ich wahrscheinlich 2 Kilo zugenommen habe und meine Cholesterinwerte förmlich explodiert sind, bereue ich nichts. Ich würde bei dieser Köstlichkeit jederzeit wieder zugreifen.
    Der Göttergatte

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  4. Das schaut ja herrlich aus.
    Mit dem Namen kann aber auch ich nix anfangen, nachbacken könnte ich das aber mal,..

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    1. Ja - ich kann's dir echt empfehlen! Es erfordert zwar etwas Zeit aber das Ergebnis ist wirklich sagenhaft köstlich!

      Ich glaube meine Mutter hat diese Sticknidei nur 2 x gemacht - aber vergessen habe ich das seinerzeitige Geschmackserlebnis bis heute nicht. Ich habe mir gedacht so ein Rezept ist genau der richtige Beitrag für das Blogevent "Österreich Kulinarisch".

      Herzliche Grüße aus dem Tiroler Unterland!

      Kathrin

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  5. Oh lecker, das ist was für meine "Süßmäulchen" auch Mittagstischler, für unseren nächsten Mehlspeisen-Tag. Warum ist mir dieses Rezept nicht schon eher hier aufgefallen, sowas. Danke, tolles Rezept.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Hallo Ingrid!

      Wünsch dir gutes Gelingen! Verrätst du mir dann wie es euch geschmeckt hat?

      Herzliche Grüsse!

      Kathrin

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